{"id":533,"date":"2019-12-25T08:27:00","date_gmt":"2019-12-25T08:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/?p=533"},"modified":"2020-04-03T07:24:52","modified_gmt":"2020-04-03T07:24:52","slug":"raus-aus-der-komfortzone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/raus-aus-der-komfortzone\/","title":{"rendered":"Raus aus der Komfortzone"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Kolumne von <\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/notitle.blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Pilar Hammerl | (\u00f6ffnet in einem neuem Tab)\"><strong><em>Pilar Hammerl <\/em><\/strong>|<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Tosende Wellen reiten. Eine neue Sprache lernen. Bei einem \nMarathon mitlaufen. Die Welt bereisen. Ein neues berufliches Projekt \nangehen. Eine Familie gr\u00fcnden \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle haben sie. Unsere gedankliche To-Do-Liste. Die Ziele und  Vorstellungen, die wir noch verwirklichen wollen. Irgendwann einmal \u2026&nbsp;  Sobald der ideale Zeitpunkt gekommen ist und wir alles akribisch bis ins  kleinste Detail perfekt geplant haben. Aber bitte nicht jetzt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Immerhin  haben wir gerade keine Zeit. Wir sind an unsere Jobs oder Ausbildungen  gebunden, haben einen geregelten Tagesablauf, Verantwortung zu tragen  und eigentlich funktioniert doch alles ganz gut. Ausreden, die allesamt  vern\u00fcnftig klingen und stets daf\u00fcr sorgen, dass wir uns weiterhin nicht  von der Stelle bewegen. Mit ihnen schieben wir nicht nur die gro\u00dfen  Dinge im Leben vor uns her, sondern auch die kleinen Unbequemen. Die,  die Anstrengung oder \u00dcberwindung kosten.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Herzlich willkommen in der Komfortzone<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Unser gewohntes Umfeld aus Routinen, Gedanken und Gef\u00fchlen. Jener \nBereich, in dem wir uns auskennen. Hier muss unser Gehirn keine smarten \nL\u00f6sungen mehr finden, geschweige denn sich gro\u00dfartig anstrengen. Hier \nfunktioniert es einfach. Effizient und sicher. Wie am Flie\u00dfband. Aber \neben auch auf Sparflamme. Also starten wir unseren Tag stets mit den \ngleichen Abl\u00e4ufen und Routinen. Wir reagieren auf unangenehme \nSituationen immer auf dieselbe Art und Weise. Wir kneifen, wenn uns ein \nVorhaben verunsichert. Wir schieben Entscheidungen vor uns her, weil es \nbequemer ist, sie einfach zu ignorieren. Und ehe wir uns versehen, \nerleben wir jeden Tag eine Kopie von gestern.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Ein Hoch auf die Vollkasko-Mentalit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Doch was kommt dann? Erst die Routine, dann die Langeweile und \nschlussendlich der Frust? Frust dar\u00fcber, dass wir Chancen nicht genutzt \nund unsere Zeit vergeudet haben? Unsere Ziele \u2013 ob privat oder beruflich\n \u2013 weiterhin ein Gemisch aus Wunschdenken und Zukunftsgefasel sind? So \noder so \u00e4hnlich behaupten das zumindest s\u00e4mtliche Erfolgs-Menschen, \nPsychologen oder Wissenschaftler, die uns \u00f6ffentlich an ihren \nbeeindruckenden Werdeg\u00e4ngen teilhaben lassen. Sie alle kommen zu \nfolgendem Schl\u00fcsselgeheimnis: Wer seine Ziele erreichen m\u00f6chte, m\u00fcsse \nseine Komfortzone verlassen. Denn pers\u00f6nliches Wachstum w\u00e4re nur dann \nm\u00f6glich. Oder anders ausgedr\u00fcckt: \u201eDas Leben beginnt am Ende Deiner \nKomfortzone!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wette, Ihr alle kennt derartige Aussagen und Zitate. Fast schon \ninflation\u00e4r verbreiten sich jene Schlagzeilen, die uns dazu animieren \nsollen, unsere \u201eWenns und Abers\u201c endlich an den Nagel zu h\u00e4ngen. \u201eRaus \naus der Komfortzone\u201c scheint der neueste Br\u00fcller zu sein. Und beim \nSchreiben muss ich fast selber dar\u00fcber lachen, wie Old-school dieser \nSatz gerade klingt. \u201eDer neueste Br\u00fcller.\u201c Aber es ist so. Mir zumindest\n ist diese Aufforderung in den letzten Wochen ungef\u00e4hr 100-mal \u00fcber den \nWeg gelaufen. Sei es auf Twitter, in Blogs, Zeitungen, im beruflichen \nKontext oder aber bei einem Gespr\u00e4ch mit meiner Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihr philosophiere ich regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber meine Ziele und dar\u00fcber, \nwie ich gedenke, sie zu erreichen. Und obwohl ich zu den Menschen \ngeh\u00f6re, die felsenfest behaupten, sie wissen ganz genau, wie sie ihre \nZiele erreichen, endete dieses Gespr\u00e4ch nicht nur mit einer neuen \nErkenntnis, sondern auch mit einem leicht beunruhigendem Appel an mein \nrecht ausgepr\u00e4gtes Sicherheitsbed\u00fcrfnis. Denn auch meine Mutter schloss \nsich den Experten-Meinungen an und riet mir dazu, meine Sichtweisen und \nmeinen Horizont zu strecken. Kurz gesagt: \u201eRaus aus der Komfortzone und \ndas jeden Tag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Bitte was? Jeden Tag? <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich als rational denkender Mensch mit einem leichten Hang zum \nPerfektionismus und einer Vorliebe f\u00fcr gedankliche SWOT-Analysen klang \ndas erstmal alles andere als nach einem sinnvollen Plan. Denn: Immerhin \nhabe ich gerade keine Zeit. Ich bin an mein Umfeld gebunden, habe \nVerantwortung zu tragen und eigentlich funktioniert doch alles ganz gut.\n Diese S\u00e4tze d\u00fcrften Euch bereits bekannt vorkommen. Die geliebten \nAusreden, die wir gerne verwenden, um das Offensichtliche nicht \naussprechen zu m\u00fcssen. Denn was hindert uns wirklich? Was passiert, wenn\n wir unsere Komfortzone verlassen? Wir wissen es nicht. Unser Gehirn hat\n keine Erfahrungswerte parat. Keine klugen L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr \nauftretende Eventualit\u00e4ten. Also reagieren wir mit Stress oder gar \nAngst. Angst davor zu scheitern, abgelehnt oder verletzt zu werden. Und \nmal ehrlich, was k\u00f6nnte schlimmer sein? Also entscheiden wir uns lieber \nf\u00fcr die sichere Rolle r\u00fcckw\u00e4rts.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Trial and Error<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Doch pr\u00fcfen wir die Fakten \u2013 das mache ich gerne. Wir alle kennen die\n Horrorszenarien in unseren K\u00f6pfen, die uns vor allem Neuen und \nUnbekannten warnen. Was k\u00f6nnte nicht alles passieren und schiefgehen? \nWir k\u00f6nnten mit Pauken und Trompeten versagen, uns bis auf die Knochen \nblamieren, eine Bruchlandung hinlegen \u2026 Und dennoch gibt es diese \nMomente, in denen wir auf neue und ungewohnte Situationen treffen. Wir \nwerden entweder regelrecht ins kalte Wasser geschubst oder entscheiden \nuns in einem mutigen Moment selber f\u00fcr den Schritt au\u00dferhalb unserer \nSchranken. Wie viele der Horrorvisionen, die wir uns vorher so bunt und \nbildlich ausgemalt haben, treten tats\u00e4chlich ein? Als ich mir diese \nFrage stellte, wurde mir schnell bewusst, dass 98 % meiner bef\u00fcrchteten \nWorst-Case-Szenarios nie eingetreten sind. Und falls doch dieser eine \nGriff ins Klo dabei war, war das Gedankenkarussell vorab definitiv \nlebendiger und schlimmer als die Erfahrung selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich geht es n\u00e4mlich nicht darum, auf Anhieb alles perfekt zu\n machen, sondern darum, seinen Horizont zu erweitern. Diese Tatsache \nklingt in der heutigen \u201eNull-Fehler-Generation\u201c alles andere als sexy, \nich wei\u00df. Auch ich d\u00fcrfte meine Fehlertoleranz ruhig noch etwas \noptimieren. Aber sobald wir uns ehrlich reflektieren und uns fragen, aus\n welchen Situationen und Erfahrungen wir die meisten Erkenntnisse \ngewonnen haben, sind es selten die erfolgreichen oder gar \u201estillen\u201c \nPhasen des Lebens gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Getreu dem Motto: \u201eTrial and Error\u201c (Versuch und Irrtum) habe ich \nalso versucht, den Ratschlag meiner Mutter zu befolgen. Wer jetzt \nvermutet, ich h\u00e4tte die letzten Wochen jeden einzelnen Tag waghalsig \nmein Leben aufs Spiel gesetzt, irrt sich. Denn \u201eRaus aus der \nKomfortzone\u201c bedeutet nicht, dass Ihr jeden Tag nur die gro\u00dfen \nBungeespr\u00fcnge des Lebens vollbringen m\u00fcsst. Oftmals reichen auch kleine \nVer\u00e4nderungen, die Eure Sichtweisen strecken und damit Eure \u201eWenns und \nAbers\u201c Schritt f\u00fcr Schritt verschwinden lassen. Denn mit jeder Erfahrung\n au\u00dferhalb der Komfortzone werdet Ihr selbstsicherer. Dann begegnet Ihr \nHerausforderungen nicht mehr mit Angst, sondern mit Souver\u00e4nit\u00e4t und \nSelbstvertrauen. Und was k\u00f6nnte besser sein, wenn es um das Erreichen \neurer Ziele und W\u00fcnsche geht?<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle will ich mich keinesfalls als Expertin auf diesem \nGebiet ausgeben. Aber das eben Geschilderte sind die Erkenntnisse und \nErfahrungen, die mich meines Erachtens weitergebracht haben. Seitdem \nhabe ich au\u00dferdem begriffen, was meine Mutter mit der Aussage \u201eDu wei\u00dft \nnie, was daraus entsteht\u201c immer meint. Alles zahlt auf alles ein. Die \nber\u00fchmte Kausalkette. Pl\u00f6tzlich ergeben sich neue Perspektiven, die man \nvorher nicht f\u00fcr m\u00f6glich hielt. Ein Dominostein nach dem anderen setzt \nsich in Bewegung. Nur den Ansto\u00df muss man selber machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergeudet Eure Zeit also nicht mehr damit, auf den richtigen  Zeitpunkt zu warten. Durchbrecht Eure Routinen. Sammelt neue Erfahrungen  und traut Euch die Dinge anzugehen, die Ihr schon immer mal machen  wolltet oder vor denen ihr Angst hattet. Denn jede noch so kleine  Entscheidung k\u00f6nnte sich schlussendlich als die beste Entscheidung Eures  Lebens entpuppen. Wer wei\u00df das schon? Und mal ehrlich, wer will sich in  50-60 Jahren immer noch die Frage \u201eWas w\u00e4re, wenn?\u201c stellen m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"678\" src=\"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-1024x678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-534\" srcset=\"https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-300x199.jpg 300w, https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-768x509.jpg 768w, https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-1536x1017.jpg 1536w, https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-2048x1356.jpg 2048w, https:\/\/staging.tantefine.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_228941173-1080x715.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumne von Pilar Hammerl | Tosende Wellen reiten. 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